Der Ort Lippitsch

Alte Postkarte

Der Ort Lippitsch gilt laut Beschreibung eines Familienwappens als Ursprungsort unserer Familie. In den Archiven konnte das allerdings nicht nachgewiesen werden. Da tauchen andere Besitzer des dortigen Gutes auf.

Der Name des Ortes wird abgeleitet von der sorbischen Bezeichnung für Linde (lipa).

Die Familie Bens aus Lippitsch hat nach meiner Veröffentlichung Kontakt zu mir aufgenommen. Sie haben schon wesentlich mehr zu ihrem Heimatort herausgefunden und auch veröffentlicht, auch auf ihrer Homepage: http://www.lippitsch-online.de. Leider ist dort auch kein Lippitsch dabei. Laut Adelsbüchern sollen die Lippitsch in der Oberlausitz auf "Weissag"(Weißig) gesessen haben. Welches Weißig es war, habe ich noch nicht herausgefunden.

Der Ort Lippitsch liegt im Norden des heutigen Landkreises Bautzen und gehört zur Gemeinde Radibor.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1353 am 15. Juno. Die Urkunde hat folgenden Inhalt:

"Wir Zybeko, Ramfolclus, Henricus, Friczko, Fridericus, Jechinus, Cunemanus, Jenosko und Otto, genannt von Metzrad, geben allen Lesern dieses Briefes zur Kenntnis und bestätigen durch den Inhalt, dass wir uns zur Anweisung und Überweisung von einer mark Jahreszins an den klugen Herrn Siffrido, Pfarrer zu Milkel, verpflichtet haben. Der Pfarrer ist gehalten, diese Mark den ehrwürdigen Herren, nämlich den Probst und dem ganzen Kapitel der Bautzner Kirche in zwei Terminen abzuliefern, nämlich zu Michaelis und Walpurgis, weil die genannten erlaubt haben, dass zu Milkel eine neue Kirche erbaut werde und weil Milkel und die Ortschaften Lippitsch, Wessel, Droben, das Gut Bocka, Lomske, Opitz und Crosta von den Rechten, die sie dort hatten, befreit haben. Gegeben zu Bautzen im Jahre des Herren 1353, Sonnaben am Tag des heiligen Veit und seiner Gefährten."

Der Ort ist aber sicherlich wesentlich älter, was durch Ausgrabungsfunde bei einem Straßenbau zwischen Lippitsch und Oppitz im Jahre 1838 belegt wurde. Die Funde aus der Bronzezeit sind in Bautzen im Museum.

Diese Informationen habe ich aus einem Heft, das anlässlich der 650-Jahrfeier des Ortes vom Heimatverein Lippitsch e.V. herausgegeben wurde. Zusammengetragen wurden die Fakten von Christel Wronowski und Gerd Bens, der mich eingeladen hatte die Ausstellung und das Fest zu besuchen, weil er meine Seiten im Internet gesehen hatte. Eines der Hefte habe ich dort erworben.

In der “Geschichte des Oberlausitzischen Adels und seiner Güter 1635-1815” von Walter v. Boetticher steht auf S.346/347:Lippitsch (N von Bautzen O von Königswartha). Nickel und George Brüder v. Metzrad verkaufen ihr Rittergut L. samt dem Dorfe Wessel(“Weselaw”) und dem dritten Teil am Pfarrlehn zu Milkel an Hans II. v. Gersdorff auf Burkersdorf, der 1586 belehnt wird.Nach dessen Tode fällt L. 1607 in brüderlicher Teilung  an seinen Sohn Valentin(Valten) Nikol.Dieser V.N. v. Gersdorff starb1648. Sein Bruder Rudolph, 1649 mit dem Gute belehnt, verkaufte es in demselben Jahre an die Tochter seines verstorbenen Bruder Valentin Nikol, Frau Anna Maria verw. v. Goetz, später vermählte von Bomsdorff. 

Dann folgen Aufzählungen der Besitzer bis 1856:

Ich hatte 2 Termine im Staatsfilialarchiv Bautzen, am 09.04.02 und am 24.04.02. Zum Ort Lippitsch bei Milkel in der Oberlausitz habe ich einige Urkunden einsehen können, die zwischen 1607 und 1856 geschrieben wurden.

  • in der”Adelsgeschichte I.” von Knothe steht:”die Orte Lippitsch und Hermsdorf gehörten noch Ende des 16.Jahrhunderts denen von Metzrad a. d. H. Milkel”
  • eine Seite eines Quittungsbuches(1659/1665) belegt ausgezahlte 500 Taler Ehegeld für Anna Maria v. Bonsdorff, geborene Gersdorffin Frau zu Lippitsch auf Lippitsch
  • von 1692 gibt es einen Lehnbrief für Friedrich Freiherr von Goetz über das Rittergut Lippitsch; die Urkunde wurde gesiegelt vom Landvogt Nicol.Freiherr v. Gersdorff
  • vom 16. September 1711 gibt es einen Lehnbrief für Friedrich von Goetz über das Rittergut Lippitsch
  • vom 2. April 1756 gibt es eine Lehensurkunde für Friedrich Albrecht von Goetz über das Rittergut Lippitsch
  • vom 18.Mai 1769 gibt es einen 2. Lehnbrief für Friedrich Albrecht von Goetz über das Rittergut Lippitsch

Ich durfte mir alle erwähnten Urkunden im Original anschauen!